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YouTube ruft, Adi mäht und langweiliger Sex – willkommen in unserer Woche

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YouTube ruft, Adi mäht und langweiliger Sex – willkommen in unserer Woche

Hallo liebe Blogleser 😊

An dieser Stelle erstmal ein dickes, fettes Dankeschön an euch! Wirklich – jedes Mal, wenn wir hier etwas veröffentlichen (egal ob ein kurzer 5-Minuten-Artikel oder ein längerer 12-Minuten-Beitrag), bekommen wir so viele schöne Rückmeldungen: Kommentare, WhatsApps, Anrufe… Das motiviert total – auch wenn so ein Artikel gut und gerne 3–4 Stunden Zeit kostet.

Neulich haben wir mal überschlagen, wie viele hier eigentlich mitlesen: Rund 100 Newsletter-Abonnenten und zusätzlich etwa 50 Leser über unseren WhatsApp-Status. Macht also in Summe ungefähr 150 regelmäßige Leser – und das freut uns wirklich riesig 😊

Vom Blog zu YouTube – keine Sorge, wir bleiben auf dem Teppich…

Diese Woche begann ganz harmlos am Frühstückstisch. Ferienzeit (hier um eine Woche versetzt), entspannte Stimmung – bis Marie die wirklich wichtigen Fragen des Lebens stellte: „Mama, was ist eigentlich der Unterschied zwischen Stöckelschuhen und Stilettos?“ Mein erster Gedanke: Wie schön, dass sie mich fragt. Aber klar, meine Tochter weiß um die Schuhvorkommnisse in Mamas Schrank. Ich habe also fachkundig aufgeklärt und direkt Anschauungsobjekte dazugeholt. Bildung zum Anfassen 😄

Nachdem dieses wichtige Thema vom Tisch war, wollte ich kurz die NZ-Nachrichten checken. Was bei „Radio NZ News“ so auf den Tisch kommt, ist jedes Mal wieder ein kleines Erlebnis. Natürlich gibt’s auch hier das große Weltgeschehen – Trump, der Papst und die lokalen News über die Taifune und Überschwemmungen auf der Nordinsel oder die aktuell heiß diskutierten Kraftstoffpreise. Aber dazwischen, genauso prominent platziert wie die großen Schlagzeilen: „Wie oft sollte man neue Handtücher waschen, damit sie nicht mehr fusseln?“ Oder die für mich hochrelevante Information, dass „die Periode der Frau keine Krankheit ist!“ Und ganz aktuell: „Lehrer, der einen Barbesucher 16-mal geschlagen hat, darf seine Zulassung behalten.“ Ja… gut… danke für die Einordnung.

Alle wichtigen Nachrichten konsumiert, weiter zu YouTube – und was sehe ich? Horst Lüning hat sein angekündigtes Video zu „Auswandern nach Neuseeland?“ hochgeladen! Sofort angemacht, Lautstärke rauf, damit alle mithören können. Herr Lüning nutzt für seine Intros gerne Mails von Zuschauern – ich hatte ihm kürzlich auch eine geschrieben. Das Video startet, er gibt einen groben Überblick – und schwenkt dann auf eine Mail einer ZuseherIN (eher ungewöhnlich auf dem Kanal) um. Lautstärke nochmal rauf – und dann grinse ich über das ganze Gesicht… Ratet mal, welche Mail er vorliest. Fast 300.000 Abonnenten hat dieser Kanal. Wie cool ist das denn?!

Link zum Video: https://youtu.be/cAC5gfqMJOM?si=tvhEKqVbVXek8CaB

*Transparenzhinweis: Der Begriff „Auswandern“ wird im Video allgemein verwendet. Unser aktueller Aufenthalt in Neuseeland basiert auf befristeten Visa (Student/Partner/Work) und stellt keinen dauerhaften Aufenthaltsstatus dar. Auch habe ich in meiner Mail geschrieben, dass wir mit „unseren“ Kindern nach NZ gegangen sind – der Einfachheit halber wollte ich an dieser Stelle nicht voll ausholen.

Zum Inhalt des Videos: wirklich sehenswert. Sehr ausgewogen – hohe Lebensqualität, beeindruckende Natur, entspannter Lifestyle auf der einen Seite. Auf der anderen Seite aber eben auch hohe Lebenshaltungskosten, begrenzte Jobmöglichkeiten und die geografische Isolation. Also kein rosaroter Traum, sondern Realität mit allen Facetten. Wenn ihr also mal eine Stunde Zeit habt – klare Empfehlung. Und keine Sorge: Wir haben noch viele eigene Einblicke in petto (Visa, Jobs, Schule, Lebensmittel, Ärzte, Wetter…) – kommt alles nach und nach 😊.

Unter dem Video hat jemand einen spannenden Beitrag zum Thema Häuser in Neuseeland geteilt: https://www.youtube.com/watch?v=lsewtDyjYxo
Ein deutscher Unternehmer erklärt, warum Häuser in NZ oft nicht unseren Qualitätsstandards entsprechen – und warum er selbst angefangen hat, „deutsch“ zu bauen. Passt perfekt zum nächsten Thema…

Hausinspektion – Willkommen in Neuseeland!

Denn: Apropos Häuser. Diese Woche stand bei uns die Hausinspektion an – bereits zwei Wochen nach dem Einzug. Für Deutsche ein völlig fremdes Konzept, hier aber ganz normal: Alle drei Monate kommt jemand von der Vermietungsagentur vorbei und schaut sich das Haus an. Eine Woche vorher gibt’s eine Mail mit dem Termin und dem freundlichen Hinweis, dass man nicht zuhause sein müsse, da sie mit dem Generalschlüssel reinkommen. Im Anhang: eine Liste, was alles begutachtet wird. Küche, Bäder, und – ich lese das letzte Thema und stutze kurz – Rasen und denke sofort: „Mist – Adi ist noch am Lernen!“

Adi – für alle Neuen: das ist Thomas‘ KI-Rasenmähroboter, Produkt eines cleveren Start-ups. Ich würde sagen: Hobbyprojekt. Thomas‘ Kinder hingegen haben eine klarere Meinung und nennen Adi schlicht Thomas‘ fünftes Kind 😄 Und ehrlich gesagt – man versteht es. Der Roboter hat vorne Sensoren und Kameras, die wie Augen aussehen und sich auch so verhalten. Steckt er fest, guckt er so traurig, dass man fast Mitleid bekommt. Bringt man ihn zurück zur Ladestation guckt er glücklich und dankbar. Dazu der untere Aufbau, den man sich gut als Mund vorstellen kann – und dann war da noch dieses kleine nasse Blatt, das am Anfang mal genau über dem „Mund“ klebte und aussah wie der Bart von… ihr wisst schon wem. Damit war der Name gesetzt: Adi. Thomas‘ fünftes Kind.

Als KI-Roboter muss Adi zu Beginn nur einmal die Rasengrenzen abgehen – wie ein braver Hund, der seinem Menschen folgt. Danach lernt er beim Mähen kontinuierlich dazu. Das braucht ein paar Tage. Aber am Tag der Inspektion? Rasen tadellos. Kinderarbeit gut gemacht.

Die Inspektion selbst war dann völlig entspannt – 15 Minuten, kein Drama. Die Inspektorin schaute sich Fenster an, warf einen Blick in die Schränke unter Spüle und Waschbecken (Lecks? Feuchtigkeit?), und fertig. Wer selbst zuhause ist, hat außerdem die Chance, eigene Anliegen loszuwerden. Ich also: „Wir hören manchmal Geräusche im kleinen Dachboden – klingt nach etwas Größerem. Diagnose: vermutlich ein Opossum. Reaktion: Kammerjäger wird organisiert. Ermutigt durch diesen Erfolg, sprach ich auch gleich das Thema Zugluft an: An der Haustür unseres doch älteren Hauses zieht es, wenn Wind geht, durch Spalten von 1–3 mm ganz ordentlich – an den Winter mag ich da lieber noch nicht denken. Die Reaktion? Eine lockere Handbewegung: „That’s fully normal here in New Zealand.“ An dieser Stelle nochmals der herzliche Verweis auf das Video über Häuser in NZ 😉

Kleiner Exkurs zum Opossum: In NZ ist das einer der berühmtesten eingeschleppten Störenfriede, dem die Einheimischen mit einem klaren Motto begegnen: „Ein totes Opossum ist ein gutes Opossum.“ Sein Fell wird übrigens gerne zusammen mit Merinowolle verarbeitet – man ist pragmatisch 😉

Partytime

Endlich war alles eingeräumt, dekoriert (mein Hobby 😊) und die Gewürzgläschen befüllt – ich konnte also wieder meiner anderen Leidenschaft nachgehen: Kochen! Mein Beitrag: Chili con Carne + Getränke
Der Rest: kam von den Gästen → bestes System! Insgesamt waren etwa 30 Leute da – eine bunte Mischung aus Kiwis, Deutschen, Briten, Schwaben, Österreichern, Amerikanern und Chinesinnen. Vielleicht war genau diese Mischung der Grund, warum ich komplett vergessen habe, Fotos zu machen. Immerhin gibt es ein paar Bilder vom Buffet am Anfang 😉 Später übernahm der Thermomix eine seiner wichtigsten Aufgaben (neben Eis crushen für Caipi’s): Frozen Strawberry Daiquiris produzieren. Einige. Es war also ein rundum gelungener, feucht-fröhlicher Abend 😊

Ein kleines Nerd-Thema darf natürlich nicht fehlen: Kaffee. Ich habe mich inzwischen ganz gut darin eingearbeitet, den Mahlgrad der Maschine auf unterschiedliche Bohnen einzustellen – meist brauche ich nur noch zwei bis drei Versuche, um wieder bei etwa 30 ml Espresso mit schöner Crema in 25 Sekunden Durchlaufzeit zu landen. In Deutschland hatte ich immer die gleichen Bohnen, hier probieren wir uns noch durch verschiedene Sorten. Aber eines kann man sagen: Neuseeland hat eine unglaublich starke, moderne Kaffeekultur – viel „Third Wave“, viele unabhängige Cafés und richtig hohe Qualität, gerade auch hier in Christchurch.

Linksverkehr, Höhle, Hüpf-Hölle und ja stimmt… das mit dem Sex… 😉

Donnerstagnachmittag: Kinder-Auslüften war angesagt. Wanderschuhe an, ab ins Auto. Ich gehe schon mal vor, stelle die Adresse ins Navi, putze meine Autofahrbrille – und wundere mich, wo die Kids bleiben. Da kommt Marie und grinst mich breit an. Ich wundere mich zwar, aber schnalle mich erstmal an, lege die Hände ans Lenkrad – und… greife ins Leere. Marie, immer noch grinsend: „Mama, ich kann zwar mit 15 schon den Führerschein hier machen, aber noch musst du fahren.“ Ich grinse zurück, steige aus, und beim richtigen Fahrersitz wieder ein. Ja – das passiert mir noch ab und an. Und komischerweise häufiger als das versehentliche Betätigen des Scheibenwischers statt des Blinkers. Ebenfalls ein Klassiker. An dieser Stelle noch eine WhatsApp-Konversation zum Thema Linksverkehr zwischen Thomas und (DAV-)Robert, als wir im Januar 2025 hier waren 😉

Dann ab nach Sumner und rauf zur großen Höhle. Die hatte mir kürzlich Claudia gezeigt, und ich dachte, das könnte den Kids gefallen – was es tatsächlich tat. Der Weg hinauf schlängelt sich wunderschön durch verschiedenste Vegetation. Und jedes Mal, wenn mich hohes Gras an den Beinen streift, denke ich: Wie schön, dass es hier keine Zecken gibt. In Deutschland hatte ich zwar nur einmal eine – aber die hatte es in sich, und viele von euch wissen, was ich alles unternommen habe, um danach wieder vollständig gesund zu werden. Umso entspannter lässt es sich hier durch hohes Gras spazieren. Nach der Höhle wieder unten angekommen, noch kurz zum Strand – und dort: eine erstaunliche Anzahl Surfer, trotz Bewölkung und leichtem Nieselregen. Aber nass ist nass, egal ob von unten oder oben.

Freitag: strahlender Sonnenschein, kaum eine Wolke. Auf der Südinsel ist das nach einem Regentag oft so – ein, zwei graue Tage, und dann wieder blauer Himmel. Ganz anders als in Regensburg, wo man im November weiß: Wenn der Nebel erst einmal aufzieht, ist er für die nächsten drei Monate nicht mehr wegzudenken. Ich hatte den Kids anfangs versprochen, Hallensport wie Kartfahren für schlechte Wettertage aufzuheben. Inzwischen weiß ich: Spontanität ist hier Pflicht 😊

Zurück zum sonnigen Freitag: Ferdinand und seine Jungs – inzwischen eine eingespielte Vierergruppe – hatten schon seit Tagen den Freitagnachmittag im Flip & Tumbles eingeplant. Vier Stunden hüpfen in der Halle. Ich übernahm gerne den Fahrdienst, da alle auf der Strecke wohnen, und genieße es jedes Mal aufs Neue, den Jungs beim Englischquatschen zuzuhören – und mich zu freuen, wenn Ferdinand einfach locker drauflosplaudert, als wäre es das Natürlichste der Welt.

Besonders unterhaltsam: Ferdinand kramte einen Witz hervor und fragte den Jungen aus Amerika: „Hey Braiden, how do the Americans call the era of president Clinton?“ – Braiden: „I don’t know.“ – Ferdinand: „Sex between the b/Bushes.“ Stille bei den anderen drei – Ferdinand hingegen grinste breit, denn die Erklärung kannte er ja bereits seit etwa anderthalb Jahren, als ich sie ihm selbst schon mal geben musste. Jetzt war ich also an der Reihe, die restliche Runde aufzuklären, und referierte kurz über Monica Lewinski und die Ex-Präsidenten. Und während ich so erkläre, kam mir der Gedanke: Eigentlich ist das inzwischen ja schon fast langweilig – verheirateter Präsident hat was mit seiner erwachsenen Assistentin, gähn. Schließlich gibt es heutzutage ganz andere Geschichten darüber, was die „Eliten“ so treiben… Etwas makaber, ich weiß. Aber bei dem, was auf der Welt gerade so abgeht, braucht man eben ein bisschen Galgenhumor 😄

Also habe ich die englisch schwatzenden Jungs im Hüpfparadies abgeliefert und mir gedacht: „Gott sei Dank muss ich nicht in der muffigen, lauten Halle meine Zeit verbringen.“ Geschwitzt hat’s dann genug im Auto, als ich die Jungs wieder abgeholt habe. Aber da Marie zuvor „Cheesy-Garlic-Rolls“ gebacken hatte und ich zwei davon gegessen hatte, habe ich geruchstechnisch ohnehin gut dazugepasst 😄

Apropos Backen – am Sonntag bekommen wir Besuch von Freunden. Er hat sich seit seiner Ankunft in NZ vor rund fünf Monaten intensiv der Sauerteigbrotherstellung verschrieben – wie so viele deutsche Auswanderer hier – und hat das inzwischen wirklich perfektioniert. Er erzählte uns, dass man den Starter regelmäßig teilen und einen Teil davon wegwerfen muss. Und hier kommt Thomas ins Spiel: Warum den langen Weg gehen, wenn man direkt mit dem ausgereiften Starter unseres Freundes einsteigen kann? Motto des Abends: Nicht der Weg ist das Ziel – das Ziel ist gutes Brot, und zwar möglichst schnell.

Um ab Montag loslegen zu können, muss ich vorher noch das richtige Roggenvollkornmehl kaufen. Zum Glück haben die Supermärkte hier am Sonntag bis 22 Uhr geöffnet! Und auch der Einkaufszyklus der Kiwis ist eine kleine Kulturentdeckung: In Deutschland zieht es alle freitags abends oder samstagvormittags in den Supermarkt. Hier ist der Freitagnachmittag und der Samstag heilig – Sport, Freizeit, draußen sein. Eingekauft wird sonntagnachmittags, bevor die neue Woche beginnt, und das gerne mit der ganzen Familie. Ich versuche zwar, antizyklisch einzukaufen – aber heimlich liegt mir der Kiwi-Rhythmus eigentlich ganz gut…

Nachfolgend noch ein paar Impressionen von unserem gestrigen Marktbesuch in Lyttelton und meinem Mädelsabend in der Stadt. Und noch was: Offenbar waren Zeit und Ort am Samstagabend relativ 😉

Macht es gut – und bis zum nächsten Mal! 😊

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