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WIR HABEN RESIDENCY!!!

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WIR HABEN RESIDENCY!!!

Gut ein Jahr nach dem Entschluss, alles hinzuschmeißen und ein Abenteuer in Neuseeland zu wagen – und nach unzähligen Stunden der Vorbereitung, Nerven, Formulare und zig Absprachen – ist es nun soweit:

WIR HABEN RESIDENCY!!!

Für alle, die nicht wissen, was das bedeutet: Residency ist das dauerhafte Aufenthaltsrecht in Neuseeland. Das bedeutet: Wir dürfen bleiben. Wir dürfen ein Haus kaufen. Wir dürfen bei den nächsten Wahlen wählen gehen. Und in fünf Jahren könnten wir sogar die neuseeländische Staatsbürgerschaft beantragen. Kurz gesagt: Neuseeland hat uns offiziell akzeptiert – und wir akzeptieren das sehr gerne 😊

Der Weg dahin: Nerven für Papiere und Formulare

Mitte letzten Jahres haben wir die Entscheidung getroffen: Studium in NZ, Job in NZ, Residency in NZ. Klingt simpel. War es nicht.

Ein halbes Jahr lang saßen Thomas und ich jeden Abend – sobald die Kinder im Bett waren – mindestens ein bis zwei Stunden vor unseren PCs und haben vorbereitet, organisiert, ausgefüllt, übersetzt, beglaubigt und wieder von vorne angefangen. Bewerbung für die Uni gemacht, Englisch für die obligatorischen Tests gelernt. Wer denkt, Auswandern sei ein spontanes Abenteuer, hat noch nie einen neuseeländischen Einwanderungsantrag ausgefüllt.

Was alles übersetzt und von offiziellen Übersetzern beglaubigt werden musste? Haltet euch fest: Geburtsurkunden aller Familienmitglieder, Heiratsurkunde, Scheidungsurteile, Sorgerechtsbeschlüsse, Schulzeugnisse, Universitätsabschlüsse, Berufsqualifikationen und Arbeitszeugnisse, Führungszeugnisse, Krankenversicherungsnachweise und medizinische Unterlagen sowie Nachweise über finanzielle Mittel. Jedes einzelne Dokument – übersetzt, beglaubigt, eingereicht. Willkommen im Papierdschungel.

Dann das große Thema: der Nachweis, dass wir wirklich in einer echten Beziehung leben. Ja, ihr lest richtig – ein Ehevertrag reicht in NZ nicht aus. Die Einwanderungsbehörde möchte sichergehen, dass es sich nicht um eine Fake-Ehe handelt. Was erschwerend hinzukam: Wir hatten in Deutschland keinen gemeinsamen Wohnsitz – jeder Teil der Pachwork-Familie war an ihrem eigenen, langjährigen Wohnsitz angemeldet. Zwei Wohnsitze, keine gemeinsamen Kinder – das schreit quasi nach Fake! 😄

Und ja, wir sind zwar eine Patchworkfamilie mit sechs Kindern – aber gemeinsame haben wir keine. Nicht aus Mangel an Versuchen der Kinder, das durchzusetzen, wohlgemerkt. Sie kamen allen Ernstes mit dem Argument: „Aber wir würden nachts auch aufstehen und das Baby beruhigen!“ Jaja. Verarschen können wir uns selbst. Veto eingelegt 😄

Also haben wir ein mehrseitiges Dokument verfasst, das unsere Beziehung in allen Details beschreibt – Familienfotos inklusive, und zwei befreundete Familien haben auf unsere Bitte hin mittels einem eigenen Brief bestätigt, dass wir wirklich eine Familie sind. Alles natürlich ohne Sex-Tagebuch 😉

Parallel dazu: Hausverkäufe organisieren, Haushalte auflösen, Flohmarkt veranstalten, Dinge verschenken, Ebay-Verkäufe abwickeln, Container buchen. Zwischendurch Abschiedsfeiern – gefühlt alle zwei Wochen eine. Dann der Gesundheitsnachweis, der in Deutschland nur bei bestimmten Ärzten in Berlin oder Frankfurt ausgestellt werden kann – also ab nach Frankfurt (siehe Blog dazu). Englischtests für alle. Und schließlich, bereits in Neuseeland: einen Job finden, der die Voraussetzungen für die Residency erfüllt – siehe Prostitutionsblog 😉

Laut Auswanderungsberatung dauert es nach Einreichung im Schnitt acht bis zehn Wochen bis zum Bescheid. Zwischendurch mussten alle Pässe – auch die der Kinder in Deutschland – nach Auckland geschickt werden, damit sich Immigration New Zealand Kopien davon machen konnte. Die Pässe kamen zum Glück schnell und heil zurück.

Und dann, dank der hervorragenden Vorbereitung durch Peter und sein Team – nach nur fünf Wochen kam der Anruf.

Mittwoch, 9 Uhr morgens, ich sitze im Büro. Mein Handy klingelt – Anna von der Auswanderungsberatung. Ihre Stimme: freudig. Ihr erster Satz: „Vroni, ihr könnt die Korken knallen lassen – eurem Antrag wurde stattgegeben. Ihr habt Residency!“

Im Großraumbüro habe ich mir ein lautes Jubeln verkniffen – aber innerlich bin ich kurz ausgerastet. Und dann habe ich es sofort meinen direkten Kollegen freudig mitgeteilt. Einer nach dem anderen. Zweimal. 😄

Vielen lieben Dank an Anna, Erik, Katharina und Peter vom Team Peter Hahn für die hervorragende Betreuung in den letzten 2 Jahren.

Übrigens, so nüchtern sieht Residency auf dem Papier aus:

Was so ein Schritt kostet – Ehrlichkeit inklusive

Wir werden öfter gefragt, was das alles eigentlich kostet. Hier mal eine ehrliche Auflistung – denn Träume haben bekanntlich ihren Preis:

Der große Container, der unsere beiden Haushalte nach Neuseeland gebracht hat: rund 15.000 €. Die Auswanderungsberatung inklusive aller Übersetzungskosten, Englischtests und Visumsanträge bei INZ: nochmal 15.000 €. Der Gesundheitscheck – der übrigens nur bei zwei zertifizierten Ärzten in Deutschland möglich ist: 2.500 €. Die AirBnB-Überbrückung bis wir ein Miethaus gefunden hatten: rund 10.000 €. Und dann der größte Posten: die Studiengebühren für Ausländer – stolze 30.000 €. Allerdings bekommen wir davon jetzt fürs dritte Semester bereits rund 30 % zurück, da wir dank der Residency nur noch die günstigeren Kiwi-Gebühren zahlen müssen. Ein schöner Nebeneffekt. Und Thomas? Der kann sich jetzt alle Zeit der Welt lassen – er könnte das Studium theoretisch auch hinschmeißen, aber es macht ihm riesigen Spaß und bringt obendrein ein wachsendes Kiwi-Netzwerk mit sich. Win-win.

Unterm Strich: ein guter fünfstelliger Betrag – aber gemessen an dem, was wir dafür bekommen haben, fühlt es sich wie die beste Investition unseres Lebens an 😊

Die Feier – auf Kiwi-Art

Mittwochabend dann die verdiente Feier im kleinen Rahmen: Wir haben beim Chinesen die Korken knallen lassen – im wahrsten Sinne. Und das mit einem ganz besonderen Nebengeräusch: Nebenan, im Wolfbrook Stadium – einer der größten Veranstaltungshallen Christchurchs – nahm Ferdinand zeitgleich an der Canterbury Maths Challenge teil. Das ist ein jährlicher regionaler Mathematikwettbewerb, bei dem Schülerinnen und Schüler aus der ganzen Region Canterbury in Teams knifflige mathematische Problemstellungen lösen – unter Zeitdruck, mit Köpfchen und einer gehörigen Portion Nervenkitzel. Während wir also mit Gläsern angestoßen haben, hat Ferdinand nebenan Gleichungen gelöst😄

Was das jetzt bedeutet

Ab sofort können Thomas und die Kinder jederzeit auch wieder nach Deutschland reisen – solange ich als Hauptantragstellerin mindestens 184 Tage pro Jahr für die nächsten zwei Jahre in NZ bin. Nach diesen zwei Jahren erhalten wir dann das finale, lebenslange Aufenthaltsrecht – und dann können wir machen, was wir wollen, wo wir wollen.

Und noch etwas: Wir werden unseren Blog umbenennen. Von „Vroni und Thomi studieren in NZ“ zu „Auswandern nach NZ“. Denn wir dürfen bleiben – für immer – wenn wir wollen. 😊

Bussi zur Nordhalbkugel 🌍

22 thoughts on “WIR HABEN RESIDENCY!!!”

  1. Herzlichen Glückwunsch, kann gar nicht sagen wie ich mich für euch freue 😁😁😁😁😁😁👍👍👍
    Viele liebe Grüße nach Neuseeland und ich geh jetzt zum Italiener und trink ein oder…. Gläschen Wein auf euch. 🤣

    1. Kia ora Roberto, Vicy und Luisa kommen uns im Dezember besuchen und bringen eine Flasche Camomilla mit. Die werden wir auf Euch trinken. 🤪

  2. Glückwunsch,ihr habt gekämpft und es geschafft.Liebe Grüße von eueren Ex Nachbarn.Samuel, Antonieta und Klaus👍😍😘

    1. Hallo liebe Ex-Nachbarn,
      es war anstrengend und wir sind jetzt schon mal „behördlich angekommen“.
      Jetzt müssen wir noch so gute Nachbarn finden, wie ihr es wart 😘

  3. Hi Vroni, was für eine Story … herzlichen Glückwunsch und alles Gute als neue Neuseeländer. Hope to see you soon. Grit

  4. wie schön, dass sich euer Wunsch so schnell erfüllt hat 🥰 herzlichen Glückwunsch, freue mich mit euch. viel Erfolg und Spaß bem Hauskauf 🏠💒🏰🕌
    Grüße nach NZ 😘

    1. Liebe Tante Cornelia, danke Dir 😘 Ja, die Haussuche macht durchaus Spaß – aber ob wir rechtzeitig etwas Schönes mit ausreichend Platz finden, bevor die ersten Gäste für Dez bis März vor der Tür stehen, steht noch in den Sternen. Aber ein bisschen Druck hat ja bekanntlich noch nie geschadet 😄

    1. Hallo Rainer, vielen lieben Dank, v.a. für die Starthilfe in Form des „Design-Thinking“ Interviews, welches ich mit Dir im März führen durfte.

  5. Herzlichen Glückwunsch auch von meiner Seite! Der Aufwand an Geld, Mühen und Zeit war offensichtlich, wie von Euch beschrieben, beträchtlich und der Erfolg nicht garantiert. Weiterhin viel Spaß beim Frieren, hier sind die Temperaturen gerade sehr angenehm. LG

    1. Danke Dir 😊 Ja, ein gewisses Risiko war dabei – aber wir hatten vorher viel Feedback eingeholt und sind zu dem Schluss gekommen: Als Ingenieurin mit Work-Visum sollte das Risiko, gar keinen Job zu finden, überschaubar sein. No risk, no fun – und es lief am Ende schneller als erwartet. Worüber wir sehr froh sind 😊

  6. herzlichen Glückwunsch! ich habe nie daran gezweifelt, dass ihr es schaffen werden und freue mich nun mit euch über den schnellen Erfolg.
    Wünsch euch nun auch ein glückliches Händchen beim Hauskauf und weiterhin alles Gute.
    herzliche Grüße an die Kinder

    1. Hallo liebe Tante Monika (nun fragen sich wahrscheinlich langsam alle, wieviele Tanten ich noch habe 😄), danke für Deine lieben Worte! Es tut einfach gut, Menschen wie Dich zu wissen die einem das, ohne zu zögern, zutrauen 😊 Und ja, mit der Residency in der Tasche ist eine gewisse Last abgefallen, die ich gar nicht mehr so bewusst gespürt hatte – bis sie plötzlich weg war. Der Kopf ist freier – und ich merke, dass ich jetzt einfach mehr das Verlangen und wieder mehr Muse verspüre, wieder öfter mit Familie, Verwandten und Freunden aus der Heimat zu quatschen. Also: bis bald mal wieder auf ein Telefonat! 😘

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