Refresh loader

Unsere erste Woche in Christchurch

Home > Neuseeland > Unsere erste Woche in Christchurch

Unsere erste Woche in Christchurch

Unsere erste Woche in Christchurch war geprägt von vielen organisatorischen Aktivitäten. Nachdem wir am späten Samstagnachmittag unser AirBnB bezogen hatten sind wir noch kurz zu Fuß in die Innenstadt gegangen, um etwas zu Essen und Frühstück für den nächsten Tag zu kaufen. Marie, noch total übermüdet vom Nachtflug, war überhaupt nicht begeistert – „die Häuser sind nicht schön, alles ist doof, …. – ich will hier weg und nach Wellington“ (das sie auch nicht kennt 😉).

Am Sonntag haben wir erst mal ausgeschlafen und gefrühstückt, ehe wir Garden-City zu Fuß erkundet haben. Ausgeschlafen und bei Sonnenschein fanden wir (alle, auch Marie) die Stadt dann sehr schön. Eine ansprechende Kombination aus alt und neu. Freundlich, offen, sehr viel grün. Christchurch ist eine Stadt mit einem großen Park, der sich entlang des Avon-Rivers durch die ganze Stadt zieht. Obwohl Marie und Ferdinand die einmalige Gelgenheit hätten, den aktuell zweitgrößten Spielplatz (mit stolzen 16.288m2, 10m-Klettertum, Wasserspielplatz und vielen anderen Attraktionen ) der südlichen Hemisphäre zu erkunden, lassen sie den links liegen . Am Ende des Tages holt uns der Jetlag ein und Ferdinand schläft beim Essen am Tisch ein.

Ab Montag stehen dann viele Erledigungen an. Erst mal Konten eröffnen (was, wie wir vom sehr freundlichen Mann vom Kundenservice lernen, nur Online und nicht in der Filiale möglich ist) und einen Satz SIM-Karten kaufen (unerwartet teuer). Zwischendrin das NAS in der Besenkammer installieren. Positiv fällt mir beim Bummeln in der Stadt auf, daß es viele Läden mit Männermode gibt. Viel mehr als in den gewohnten Geschäften in Deutschland, die Männermode meist nur in der hintersten Ecke anbieten.

Dann wollten wir auch noch zügig mobil werden. Wir haben uns einen gebrauchten Toyota RAV4 gekauft und neuseeländische Führerscheine besorgt, was Dank der Unterstützung der sehr freundlichen Mitarbeiter beim AA (die neuseeländische Kombination aus deutscher Führerscheinstelle und ADAC) sehr unkompliziert von statten ging.

Langsam spielt sich so etwas wie Routine ein und ich komme am Mittwochmorgen erstmals dazu, eine Runde zu Joggen. Das hat unendlich gut getan nach den Weihnachtswochen und den vielen Stunden, die wir im Flieger saßen.

Ferdinand hat sich, um seine Sprachkenntnisse zu verbessern, ein englisches Witzebuch gekauft, welches er am selben Tag komplett gelesen hatte. Wer ihn kennt weiß, daß er hunderte Witze auf Lager hat. Jetzt erweitert er seinen Skillset um neuseeländischen Humor. „What do you get when you cross an insect with a rabbit? Bugs Bunny!“

Mein Gravelbike, das ich per DHL geschickt hatte, kommt unbeschädigt an (vielen Dank an Brendan, daß ich es zu ihm schicken durfte). Besonders wertvoll war Daniel’s Tip, auf die Verpackung einen Fernseher aufzukleben, weil Paketboten mit Fahrrädern wohl nicht besonders zimperlich umgehen, Fernseher dagegen von ihnen mit Samthandschuhen behandelt werden. Ich mußte nur Lenker, Pedale und Sattel montieren und etwas Luft pumpen, bevor ich meine erste kurze Runde auf Christchurch´s Straßen drehen konnte.

Mit unserer neu gewonnen Mobilität waren wir in der zweiten Wochenhälfte in der Lage die weitere Umgebung zu erkunden. Am Donnerstag waren wir in Akaroa, einem malerischen Städchen, welches in den 1840er Jahren von Franzosen auf der Banks Halbinsel gegründet wurde. Alleine die Fahrt dorthin ist schon ein Erlebnis. Kurz hinter der Passhöhe beim Hilltop-Hotel öffnet sich ein traumhafter Blick auf den Hafen von Akaroa, der an einer fjordartig eingebetteten Bucht liegt.

Am Freitag sind wir dann an den Pine Tree Beach gefahren. Das ist ein Abschnitt des viele Kilometer langen Sandstrandes an der östlich von Christchurch gelegenen Pegasus Bay. Feinster Sand, flach abfallend, angenehme Brandung. Highlight des Tages ist der erste Einsatz der Weißwurst, die Robert und Wolfgang uns zum Abschied geschenkt haben. Leider ist das Ventil nicht 100% dicht und wir haben es nicht ansatzweise geschafft, sie so weit aufzublasen, daß sie die gleiche Spannung wie Robert’s durchtrainierter Bauch hat. Egal, unseren Spaß hatten wir trotzdem. Erst in den Wellen und dann an Land, als wir die vom beständig zunehmenden Wind quer über den Strand geblasene Weisswurst vor den Augen schmunzelnder Kiwis wieder eingefangen haben.

Am Samstag waren wir im wunderbaren Botanischen Garten spazieren. Es gibt dort, wie man es erwartet, hunderte Pflanzen aus aller Herren Länder. Was für mich aber den Unterschied zu anderen botanischen Gärten ausmacht – er ist ein großer Park für die Menschen. Unter schattenspendenden Bäumen sitzen Grüppchen zum Picknick zusammen, während andere interessiert die Beschreibungen der Pflanzen studieren. Dazwischen tummeln sich Jogger und spielende Kinder. Für jeden ist etwas dabei und das alles passiert komplett stressfrei – es ist ja auch genug Platz für alle da.

Nachmittags stand dann ein Treffen mit Claudi und Alex, einem deutschen Paar, welches seit 4 Monaten in Christchurch lebt, auf dem Programm. Wir haben dabei viel gelernt, z.B. was man machen muß um eine Wohnung zu mieten, in welchen Supermärkten man wie teuer einkauft, oder daß der Wertstoffhof Ecodrop heißt. Wenn es nach uns geht, dann wird das nicht das letzte Treffen bleiben.

Den Ecodrop haben wir dann gleich am Sonntagvormittag aufgesucht und die Transportverpackung meines Bikes entsorgt. Wir haben nicht schlecht gestaunt, daß es dort freilaufende Pfauen gibt.

Den Rest des Sonntags haben wir damit verbracht, unsere zweite AirBnB-Unterkunft, diesmal mit perfekter N-W-Ausrichtung und fantastischem Blick auf den Pazifik, zu beziehen.