Hallo liebe Blogleser von nah und fern,
danke für die tollen Rückmeldungen via What’s App auf den letzten Blog 😊 Die Problemzone hat offenbar viele beschäftigt 😉 – aber auch Fast-Unfälle in zweispurigen Kreiseln scheinen ein verbreitetes Phänomen zu sein. Und schön zu hören, dass es sich in meinem ehemaligen Haus gut leben lässt 😊
Er ist wieder da!
Thomas hat Urlaub und ist seit Donnerstag wieder in NZ 😊 Die Reise hat diesmal 41 Stunden gedauert – los ging’s in Regensburg mit dem Zug nach München, dann Flug nach Doha. Erste Zwischenmeldung auf WhatsApp: „Qatar ist eine lustige Airline. Ich bestelle ‚Water and Orange Juice‘ und kriege Wodka-Orange. Ich mag die Moslems 😂“. Weiter nach Adelaide in Australien zum Auftanken – jetzt weiß ich übrigens auch, wo das liegt. Bei Adelaide muss ich immer an den ersten Kinofilm denken, in den mein Papa mit uns in München gegangen ist: „Bernard und Bianca“ – in den Sümpfen von Adelaide. Dann weiter nach Auckland, wo Thomas sechs Stunden auf einer unbequemen Holzbank verbracht hat, bevor es endlich nach Christchurch ging – wo ich ihn morgens abgeholt habe.
Das romantische Wiedersehen – Erwartung vs. Realität
Aber kurz zurückgespult. Meine romantische Vorstellung vom Wiedersehen nach drei Monaten sah so aus: Ich stehe strahlend in der Empfangshalle, sehe ihn mit seinen Koffern auf mich zukommen, er lässt alles stehen, wir laufen aufeinander zu, fallen uns in die Arme, er wirbelt mich im Kreis herum, wir küssen uns – und ein paar gerührte Umstehende klatschen sogar.
Und wie war die Realität? Die Maschine landet um 7:50 Uhr, Fahrzeit zu dieser Stunde etwa 23 Minuten. Ich habe mir am Donnerstag frei genommen und stehe früh auf, mache mich hübsch und fahre los. Auf dem Weg den Berg hinunter: eine wunderschöne Lichtstimmung – der Himmel rosa-hellblau, der flache Teil der Stadt im Nebel, nur Häuserspitzen ragen heraus, dahinter die schneebedeckten Alpen. Kurz bevor ich die Funklöcher am Berg hinter mir habe, rufe ich Vicy an – wir hatten verabredet, dass wir telefonieren, sobald ich auf dem Weg bin. Der Verkehr läuft etwas zäher als gedacht, und plötzlich sagt Vicy: „Papa ist gelandet – er hat gerade in die Familiengruppe geschrieben.“ Ich schaue aufs Navi: „Scheiße – noch 14 Minuten.“ Vicy beruhigt: „Ach, man braucht doch ewig, bis man aus dem Flieger raus ist und das Gepäck hat.“ Wir rätseln, ob er energiegeladen ankommt oder sich erschöpft auf mich stützen wird. Ich denke an den romantischen Herumwirbler… und verspreche Vicy, Bericht zu erstatten.
Punkt 8 Uhr bin ich auf dem Parkplatz. Thomas schickt seinen Live-Standort, ich im Laufschritt meinen. Im Flughafen tanzen die zwei Standort-Bläschen hilflos hin und her – völlig ohne Orientierung. Er ist irgendwie schon draußen… meine romantische Vorstellung löst sich langsam in Luft auf. Da sehe ich ihn durch die Scheibe: zwei Koffer, schwerer Rucksack, Blick fest aufs Handy gerichtet. Ich raus durch die Tür, ihm in den Weg gesprungen – erst überrascht, dann ein Strahlen über das ganze Gesicht, und dann: Umarmung und Bussi im Nieselregen. Eine junge Frau neben uns hat uns schmunzelnd beobachtet.
Gut, dass wir draußen waren – denn ich hatte irgendwo gehört, dass es an neuseeländischen Flughäfen so etwas wie ein Kuss- und Umarmungsverbot geben soll. Nachrecherchiert: Tatsächlich hat der Flughafen in Dunedin im Süden Neuseelands eine offizielle 3-Minuten-Regel für Umarmungen und Abschiedsküsse in der Drop-off-Zone eingeführt – wer länger kuschelt, wird rausgeleitet. Christchurch Airport hat zwar keine solche Regelung aber sicher ist sicher. Man weiß ja nie, ob überschwängliche Wiedersehensfreude nicht irgendwo in den Visa-Bedingungen als Ausweisungsgrund auftaucht. Die Bewerbung ums lebenslange Aufenthaltsrecht hätte ich ungern wegen zu langen Knutschens aufs Spiel gesetzt 😄 Und Vicy zur Info: Von wegen müde und schwächelnd – Thomas kam energiegeladen an. Kein Wunder, er hatte schließlich die Glückspilzsocken an (mit denen er sogar durch die neuseeländische Bio-Security-Inspection kam), die wir alle von Barbara zum Abschied bekommen haben 🍄
Die Mitbringsel
Daheim angekommen: große Begrüßung durch Ferdinand und Marie, die noch Schulferien haben. Dann das große Auspacken.
Zunächst: Kühlschrankmagnete – unverzichtbar, um die von Kiwis (wegen ihres Inselkomplexes) stets angestrebte „Overseas Experience“ nachweisen zu können. Thomas war in drei Monaten wirklich fleißig am Sammeln: München, Nürnberg, Neumarkt, Regensburg, Salzburg, Frankfurt, Singapur, Los Angeles, San Francisco, Auckland. Respekt. Ferdinand sortiert diese nun ständig um – im aktuellen Bild passend zur Weltmeisterschaft ein kickender Fussballspieler – man berücksichtige die Form Neuseeland’s, welche umgedreht wirklich wie Italien’s Stiefel aussieht.
Dann ein Berg selbstgestrickter Socken von Thomas‘ Mama, ein T-Shirt von meiner Mama für Marie (passend zur später angestrebten Café-Eröffnung 😉), ein Geschenk von Freunden, die wir in Christchurch kennengelernt haben und inzwischen wieder nach Salzburg gezogen sind – für den Sohn unserer gemeinsamen chinesischen Freunde hier. Und schließlich: die Fotobücher. Fünf Kilogramm schwer!!!
5 kg schwere Erinnerungen, eine Kloschüssel und Eggs Benedict – fast à la Schönhofen
Eines meiner Hobbys ist das Erstellen von Fotobüchern – immer schön chronologisch. Da Fotobuch.de leider nur innerhalb Deutschlands liefert, musste Thomas sie halt persönlich abholen 😉 Es sind insgesamt drei Bücher die es nun auf der Nord- und Südhalbkugel gibt: eines für die Jahre 2024+2025. Und zwei über Thomas‘ Leben bis zu dem Zeitpunkt, als wir uns kennengelernt haben. Diesen zwei Büchern vorausgegangen waren viele Stunden, in denen Thomas abertausende Dias im Keller aussortiert, die schönsten eingescannt und digitalisiert hat. Das Erstellen der Bücher war dagegen vergleichsweise schnell. Dabei habe ich mitbekommen, wie viele Länder Thomas zu Urlauben und Dienstreisen schon bereist hat – und auch, wie sich die Foto-Begeisterung mit den Kindern entwickelt: Beim ersten Kind gibt es Bilder von jeder erdenklichen Alltagssituation, beim zweiten schon deutlich weniger, und so weiter. Beim Jüngsten war das erste Foto eines, auf dem er mit drei Jahren forsch in Wanderstiefeln unterwegs war. Ich zu Thomas: „Hm, Ferdi wurde doch sicher nicht mit Wanderstiefeln geboren?“ Und siehe da – es gab noch mehr Bilder 😊
Dann folgende Situation: Ich stehe auf einer Straße und sehe den jungen Thomas, wie er ganz verliebt schaut. Doch irgendwas stimmt nicht – er schaut nicht in meine Richtung. Ich verfolge seinen Blick und sehe seine Ex-Frau, die verliebt zu ihm zurückschaut. In diesem Moment knallt es, und eine Kloschüssel zerbricht vor mir auf der Straße. Ich sehe mich um, die ganze Straße ist voll mit weißen Porzellanscherben und am Ende der Straße eine weiße Wand, dahinter eine andere Szene, in der Thomas und seine Ex engumschlungen tanzen. Und dann begreife ich: Die weiße Wand ist der Rand zwischen zwei Fotos im Fotobuch – und ich befinde mich mittendrin. In diesem Moment reißt mich der Wecker aus dem Traum. Ich schaue nach links – gut, Thomas liegt neben mir. Alles gut. Nur ein Traum. Beim Frühstück erzähle ich Vicy davon, die mit einem Grinsen urteilt: „Vroni, Du solltest eine Pause einlegen – ich erteile hiermit ein paar Tage Fotobuch-Mach-Verbot!“
Zurück in der Gegenwart: Marie schnappt sich das Wildgen/Kippes-Buch und stöbert durch die letzten zwei Jahre. Plötzlich: „Mama, was ist Kirwa?“ Sie hat die Seite mit Vicys Kirwa-Highlights aufgeschlagen. Kurze Erklärung: Kirwa ist Kirchweih – und Vicy hat gefühlt jede Kirwa im Umkreis von 100 km innerhalb einer Saison mitgenommen. Vicy, bitte gerne kommentieren und mit konkreten Zahlen belegen 😉
Mittags dann ein typisch kiwiesker Brunch: Eggs Benedict auf Sauerteigbrot – allerdings auf einem selbstgemachten Gewürzbrot, das dem von Thomas‘ Bäckerin vom Neumarkter Bauernmarkt erstaunlich nahekam. Ich habe allerdings ein höheres Ziel: das Gewürzbrot vom Bäcker Altmann in Schönhofen nachzubacken – das einzige weit und breit mit ganzen Gewürzen, und ich habe es geliebt. Noch bin ich nicht so weit, aber das wird schon noch. Liebe Bettina, sei an dieser Stelle herzlichst gegrüßt und schöne Grüße in die Backstube!
Nachmittags die Frage in die Runde: Wer hat noch 60-Grad-Wäsche? Thomas: „Ja, habe ich schon gemacht.“ Ich: „Ah – und wo liegt der Haufen?“ Thomas: „Nein, die Waschmaschine läuft schon.“ Ich denke mir nur: Cool. Stimmt – jetzt sind wir ja wieder zu zweit 😊 Und grinse.
Am Freitag ist Matariki – Neuseelands einziger wirklich eigener Feiertag, der das Maori-Neujahr markiert und seit 2022 offiziell begangen wird. Gefeiert wird der Aufgang des Siebengestirns, traditionell mit Innehalten, Erinnern und Vorausschauen. Wir halten uns ans Wesentliche: langes Wochenende, schönes Wetter – was will man mehr 😊
Jetzt noch ein paar Bilder. Ferdinand’s Highlight war der Burger mit Pommes aus der Rohrpost.
Ich könnt auch nicht genau sagen, auf wie vielen Kirwas ich schon war… (leider gubts keine empirischen Daten🙈) aber die wichtigste und die schönste ist und bleibt Kirwa Holzheim!!!
Oh, liebe Vroni, wir haben was gemeinsam!
Mein allererster Kinofilm war auch „Bernhard und Bianca“ 🙂
Und danke auch für die anderen Eindrücke.
Wie immer so persönlich geschrieben, dass man das Gefühl hat, live dabei zu sein!
Toll!
Ganz liebe Grüsse und schön, dass Ihr jetzt wieder vereint seid!
Hi Bianka, 😊
„Bernhard und Bianca“? Bei deinem Namen gab’s ja eigentlich keine andere Wahl. 😄 Heute müsste der Film allerdings „Wolfgang und Bianka“ heißen. 😉
Freut mich, dass Dir der Blog gefallen hat 😘
Liebe Grüße!