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Italien oder doch lieber Neuseeland?

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Italien oder doch lieber Neuseeland?

Nachdem ich vor einigen Wochen etwas zu Land und Leuten geschrieben habe, geht es in diesem Beitrag um Wetter und Klima in Christchurch.

Würde man Neuseeland auf die Nordhalbkugel projizieren, dann läge Christchurch ziemlich genau auf der Höhe von Florenz, also mitten in der Toskana.

Bei (betragsmäßig) gleicher geografischer Breite wie Florenz ist die Sonneneinstrahlung in Christchurch jedoch deutlich stärker, was man jeden Tag direkt auf der eigenen Haut spürt.

Im Sommer ist die UV-Strahlung in Christchurch um ca. 40% intensiver als in Florenz, wovon ca. 10% durch die geringere Ozonkonzentration und 7% wegen der elliptischen Erdbahn (der Abstand Erde-Sonne ist im neuseeländischen Sommer kleiner als im europäischen Sommer) verursacht werden.

Elliptische Erdumlaufbahn: Variation des Abstands Erde-Sonne während eines Jahres. (source: https://de.freepik.com)

Der Löwenanteil von ca. 20…25% kommt jedoch – das ist kein Witz – durch fehlende Luftverschmutzung zustande!

Auch in anderen Details sind Neuseeland und Italien sich ziemlich ähnlich, wie diese Tabelle anschaulich verdeutlicht. Italien ist flächenmäßig etwas größer als Neuseeland, dafür ist Neuseeland deutlich länger in seiner maximalen Ausdehnung.

Landmaximale Ausdehnung (km)Breitengrad-AbdeckungLandfläche (km²)
Italienca. 1.200 km35° N bis 47° N294.140 km²
Neuseelandca. 1.600 km34° S bis 47° S264.537 km²

Wäre Neuseeland auf der Nordhalbkugel, dann würde es in etwa so neben Italien liegen.

Fällt Euch etwas auf? Neuseeland ist ein Stiefel – wie Italien!

Trotzdem ist es im Sommer wegen der Insellage Neuseelands und der damit verbundenen „Sea Breeze“ in Christchurch mit Temperaturen um die 25°C vergleichsweise mild und angenehm, die Anzahl der Sommertage mit über 30°C kann man an einer Hand abzählen.

April und Mai, also Spätsommer bzw. Herbstbeginn, haben angenehme Tagestemperatuen von um 20°C. Nachts kühlt es auf 10-12°C ab. An regnerischen Tagen wird es aber auch am Tag nicht sonderlich warm, das Themometer bleibt meist bei kühlen 15°C hängen. Das Wetter ändert sich relativ schnell, schlechtes Wetter hält sich, im Gegensatz zu Deutschland, hier meist nur einen Tag, und dann scheint schon wieder die Sonne. Es gibt aber auch Tage, an denen es morgens schüttet, es mittags strahlenden Sonnenschein hat und abends hagelt – oder umgekehrt. Wind gibt es hier sowieso ganzjährig.

Wenn wir das heimatliche deutsche Regensburg mit Christchurch auf der Südinsel Neuseelands vergleichen, gibt es einen klaren Gewinner in Sachen Sonnenschein: Christchurch ist deutlich sonniger.

Während Regensburg im Jahr auf rund 1.700 Sonnenstunden kommt, erreicht Christchurch im langjährigen Durchschnitt über 2.300 Sonnenstunden. Das sind über 6 Wochen Sonne pro Jahr extra!

Zwei Dinge machen den Unterschied zwischen den beiden Städten.

Da Christchurch auf der Südhalbkugel liegt, sind die Jahreszeiten komplett verdreht. Wenn Regensburg im Januar im grauen Winter versinkt, boomt in Neuseeland der Hochsommer.

Der größte Kontrast liegt gar nicht mal im Sommer (da sind beide Städte mit 7 bis 8 Sonnenstunden täglich recht ähnlich), sondern im Winter. Während Regensburg von November bis Januar oft unter einer zähen Nebel- oder Wolkendecke liegt und kaum 1,5 Sonnenstunden am Tag schafft, sackt Christchurch selbst im neuseeländischen Winter (Juni/Juli) selten unter 3,5 bis 4 Sonnenstunden pro Tag. Das Wetter hier ist durch die Nähe zum Pazifik oft windiger, was die Wolken schneller vertreibt.

Das oben angesprochene Florenz hat rund 2.400 Sonnenstunden pro Jahr. Christchurch liegt damit nahezu gleichauf mit Florenz in Sachen Sonnenschein.

Die Frage „Italien oder doch lieber Neuseeland?“ stellt sich für uns damit gar nicht, da wir sozusagen auf dem zweiten italienischen Stiefel sind. Nur Michelangelo hat leider hier keine Spuren hinterlassen. Dafür aber Tolkien.

Damit genug trockene Fakten von mir, der nächste Beitrag kommt garantiert wieder von Vroni. Sie war in letzter Zeit stark mit der Jobsuche beschäftigt, was sich gerade vielversprechend entwickelt. Dazu hoffentlich bald mehr in ihrem nächsten Beitrag – stay tuned.

One thought on “Italien oder doch lieber Neuseeland?”

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